Lockdown Travels

outside

almost daily

with two members

of the household,

one of them a cat,

counting sheep

who travel the pasture,

rearranging in groups

of varying sizes

at different locations.

 

Through rooms, cupboards,

shelves, boxes, books and times,

recovering and counting items,

some of them portraits

of sheep,

rearranging memories

in groups of varying sizes

of various locations

almost daily

inside.

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More from Rosie

Rosie, Rosie, you’re running so fast

past me to the sheep, like a kangaroo.

I found a dead squirrel on one of the last

days. I don’t think the killer was you.

 

But then, when you sat on the window sill,

a bird flew against its pane and landed

in front of you, who were sitting just still.

You mouthed it and that’s, I’m afraid, how it ended.

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Rosie, Rosie

Rosie, Rosie, where will you go
tonight and tomorrow, when the wind will blow?
When rain will fall – and you don’t like it wet?
Where will you spend this Friday, pet?

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Mai Hocketse

Lorbeer blüht, und Apfelbäume,
Weissdorn löst die Schlehen ab,
Falter kamen aus den Puppen,
rechtzeitig zum Fliederbier,
unter ihnen sitzen blaue
Veilchen und der Ehrenpreis,
eisheilig bewegt die Brise
junges Eichen-, Eschenlaub.
Ungereimt und übermütig
wie die Lämmer spielt’s in ihr,
und am Abend legt die Sonne
Chiaroscuro oben drauf.

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Masken

Heute trug ich erstmals Maske(n).

Eine beim ECHO heart scan. Die hatte Bändel. Und ich brauchte eine Weile, bis ich merkte, dass man sie mit dem biegbaren Bügel oben der Nase anpassen kann. Anschliessend warf ich sie dort weg, zusammen mit dem blauen Kittel.

Die andere in Oncology hatte Gummis. Und wider Erwarten gab es kein Problem wegen des Hörgeräts hinterm Ohr.

Beide waren keine dicht sitzenden Masken. Und da ich – ganz alleine im Wartezimmer – lange auf das Ergebnis vom ECHO Test warten musste, bevor ich die Antikörperspritze bekommen konnte, schob ich die Maske immer wieder nach unten. Um Kaffee zu trinken und Kekse zu essen. Weil ich mir alleine mit Maske blöd vorkam. Und vor allem, weil mir beim Lesen immer wieder die Lesebrille anlief, wenn ich die Maske richtig aufhatte.
Ich soll sie nächstes Mal wieder verwenden. Kann ich sie waschen? Nein.
Ich schätze, dass ich sie dann daheim vergessen werde.

So recht macht es keinen Spass mehr, nach Sligo zu fahren. Also das Fahren schon. Die Schlehen blühen, das Wetter war super. Aber Sligo hat derzeit keine willkommen(d)e Abwechslung zu bieten.

Ich kam mir schon komisch vor, als ich nach dem Krankenhaus von dort zu dem Pub lief, wo wir immer parken, weil’s nichts kostet. Darf ich das denn? Physical exercise ist ja nur innerhalb von zwei Kilometern um Zuhause rum erlaubt. Sonst waren da immer viele Studenten unterwegs. Heute ausser mir nur eine Person.

Bekam einen Brief mit für die nächsten Male, den ich der Polizei zeigen kann, falls die uns anhält und wissen will, warum wir unterwegs sind. Oh. Vielleicht sollte ich die Maske doch nicht vergessen, und in so einem Fall dann aufsetzen?

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Ja nun

ist schon April.
Noch immer ist der Taoiseach acting.
Neue Regierungsbildung ist
so nebensächlich wie noch nie.
Die Zahl von Covid-19 Fällen wird
10 000 morgen überschreiten.
Einschränkungen, wie überall,
gibt es zuhauf,
und keine Änderung in Sicht.

Die Stürme sind vorbei,
der Shannon niedrig,
Boden trocken.
Die neuen Leben auf den Wiesen freut’s.
Sie freuen uns.

Hab mir gestern, ohne zu denken,
online ein Buch bestellt.
Vergessen, dass Versenden
von Büchern nicht essentielle Arbeit ist.
Verboten.

Mehl würde ja geliefert werden dürfen,
doch sind die Mehle “out of stock”.

Ich lernte aber heute einen neuen Plural:

Weil sich die Deutschen größtenteils zu Ostern
an Regeln halten, mussten
die Polizeien ihrer Länder nur vereinzelt
Treffen auflösen.

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February 2020

Die Wahl ergab ein Dreiparteienpatt.
Daneben Unabhängige und Kleine,
die Grünen legten zu. All das
ein Zeichen für den Wunsch nach Änderung,
sofern man Medien glauben mag.
Seither ist Flaute: Wer will mit wem regieren?
Und alles bleibt zunächst beim Alten.

Derweil ist draussen viel Bewegung.
Die Bäume wackeln ständig, oft bedrohlich.
Und Regen strömt, und Wasser fliesst.
Manchmal fällt Schnee. Der Shannon flutet über.
The acting Taoiseach schaut sich’s an,
in Gummistiefeln. Es bleibt kalt,
und keine Änderung in Sicht.

Brexit ist Fakt.
Covid-19 noch nicht
hier.
Das mag sich ändern.

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31.12.

Es zählt ja nicht die Jahreszahl zu dieser Jahreszeit,
beim Jahreswechsel ist sie jedes Jahr egal mir,
wie Vorsätze, dem Zeitgeist angemessen nun
zu korrigieren sich.

Der ist mir eh zu eng geworden, allzu perfekt, konform.
(Passend dazu das Angebot von Aldi, Lidl
ab dem 2. Januar) Mir zählen mehr alltägliche
Minuten, Stunden Licht.

Aussicht auf Vielfalt, die’s in ihm im Lauf des nächsten Jahres
wieder zu sehen geben wird (wie oft noch?),
bis es sich abermals im Kreis dem Jahreswechsel neigt.

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Fenster 37

Ganz vorn oben im Doppeldeckerbus waren am Morgen bei der Fahrt in die City manchmal die Scheiben angelaufen. Ich wischte mir die Sicht mit einem Tempo klar.

Am Nachmittag blendete dort bei der Rückfahrt manchmal die tiefstehende Sonne, und ich setzte mich weiter nach hinten.

Die meisten anderen schauten auf die Bildschirme in ihren Händen, oft mit ihren Ohren verbunden, und wischten mit ihren Daumen darüber.

Als ich bei der ersten Fahrt in die City die junge Frau neben mir fragte: Wie viele Haltestellen noch bis Trinity College?, suchte sie die Antwort, irritiert, mit einer App.

Bevor sie sie fand, sah ich mein Ziel schon, bedankte mich, ging nach unten und stieg aus.

Ein anderes Mal entfernte ein Mann neben mir von einem Buch nach dem anderen, das er aus seiner Tasche holte und genau betrachtete, die Preisetiketten.

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Cré na Cille

Vor meinem zweitem Urlaub in Irland 1986 hatte ich irgendwo über Cré na Cille, von Mártín Ó Cadhain, auf Irisch geschrieben und 1949 als Buch veröffentlicht, gelesen (oh, dieses Irisch. Selbst die Namen sind so umständlich zu schreiben). Das Setting interessierte mich: Die in einem Friedhof Begrabenen unterhalten sich mit und über sich selbst, und über die noch Lebenden. Immer wieder kommt eine(r) hinzu, der Neuigkeiten mitbringt, noch live, sozusagen.

So fragte ich im Buchladen in Dingle, und dann im berühmten Kenny’s bookshop in Galway nach einer Übersetzung, aber ohne Erfolg. Es gab keine.

Interessanterweise gab es 1995 eine Norwegische Übersetzung, und 2000 eine Dänische. Aber erst 2016 wurden Übersetzungen ins Englische publiziert. Ja, gleich zwei in diesem Jahr. Es ist fast unglaublich, dass das so lange gedauert hat.

Ich vergaß das Werk immer wieder, dachte nur manchmal noch daran, und hatte im Lauf der Zeit das Interesse daran irgendwo verloren. Kürzlich nun fiel mir in der Bücherei die Übersetzung von Liam Mac Con Iomaire und Tim Robinson in die Hände, und nun habe ich das Buch daheim und mit dem Lesen begonnen. Es hat im Englischen den Titel Graveyard Clay. Was mir, als Hobbytöpferin, sehr gefällt, sind die Kapitelüberschriften:

Interlude 1: The Black Clay.
2: The Spreading of the Clay
3: The Teasing of the Clay
usw. bis
10: The White Clay

Der Titel der zweiten Übersetzung lautet The Dirty Dust. Sie ist von Alan Titley.

Mein Mann hatte eine Verfilmung von 2007 im Fernsehen gesehen. Er fand sie, mit englischen Untertiteln, sehr anstrengend. Tatsächlich ist auch das Lesen anstrengend, denn da wird wirklich nur geredet. Getratscht. Gelästert.

Es ist nicht einfach, hineinzufinden, und herauszufinden, um wen es jeweils geht. Zumal auch immer wieder verschiedene Tote dazwischen quatschen. Wer ist wer? Irgendwo fand ich geraten, man solle das Buch laut lesen. Da muss man aber auch gerade Lust drauf haben.

Der erste Absatz hat mich aber schon begeistert:

“I wonder am I buried in the Pound Plot or the Fifteen-Shilling Plot? Or did the devil possess them to dump me in the Half-Guinea Plot, after all my warnings? The morning of the day I died I called Pádraig up from the kitchen: “I beseech you, Pádrick, my child,” I said. “Bury me in the Pound Plot. In the Pound Plot. Some of us are buried in the Half-Guinea Plot, but even so…””

So spricht Caítríona Phaídín, im Grab nach ihrer Ankunft, zu sich selbst. Sie wird eine der Hauptfiguren dort.

Ein wenig später der ehemalige Schulleiter:

“This is how I would divide up this graveyard now, Norá, if I had my own way: university people in the Pound Plot, and then… Isn’t that so, Nóra? It’s a crying shame indeed that some of my own pupils are lying up here beside me… It depresses me how ill-informed they are, when I think of the diligence I wasted on them… And they can be quite disrespectful at times…”

Nun, tatsächlich war traditionell die orale Kommunikation in Irland mehr verbreitet als das geschriebene Wort. Geschichten wurden erzählt. Und es wurde und wird liebend gern über andere geredet. In Zeiten vor Fernseher (der nicht ohne Grund vielleicht so schnell Eingang fand in irische Häuser, und den ganzen Tag läuft), und vor sozialen Medien, war das sicher noch wesentlicher als heute.

Ich rede hier auch zu viel. Einen besseren Eindruck gibt sicher ein Ausschnitt aus der Verfilmung

Und Reflexionen eines der Mitwirkenden in der Verfimung:

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