Cré na Cille

Vor meinem zweitem Urlaub in Irland 1986 hatte ich irgendwo über Cré na Cille, von Mártín Ó Cadhain, auf Irisch geschrieben und 1949 als Buch veröffentlicht, gelesen (oh, dieses Irisch. Selbst die Namen sind so umständlich zu schreiben). Das Setting interessierte mich: Die in einem Friedhof Begrabenen unterhalten sich mit und über sich selbst, und… Cré na Cille weiterlesen

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Fenster 35

Was treibt die Katze draußen auf dem Fenstersims zu solchem Spiel? Ist’s Irrsinn, Kälte, oder Phantasie? Nicht Blätter fängt sie, nein. Sie tut, als sei des eignen Schwanzes Spitze eine Maus, versteckt sie,  findet sie, beißt rein, und lässt sie wieder aus.

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Fenster 33

Schnell halbierte sich der Mond – in ein paar Tagen, scheint’s. Erscheint jetzt momentan mit Halo, im Schlitz zwischen zwei Vorhängen. Zufällig trifft mein Blick auf ihn. Hallo! Als er noch voll war, auf der andern Seite, zog ich dieselben völlig zu, um ihn vollkommen auszuschließen. Er schien so hell, zu hell, ließ mich nicht… Fenster 33 weiterlesen

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Fenster 32

Morgen wieder der Stammplatz im Sessel. Heute versagt hier im schwarzen Fenster der Router, “no internet secured”. Draußen Regen und Wind, liegt’s am Wetter? Immer denkt man zuerst, es läge am eigenen device. Scheiß Technik. Ich leere den Papierkorb, lade Bilder hoch von Katzen. Sie lagen auf dem Käferdach. Vom Pilz, so rot im grauen… Fenster 32 weiterlesen

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August

August gleicht jetzt April fast auf das Haar. Von meinem ist nicht mehr viel da. Das Jahr wird langsam, aber sicher alt. Nicht lang, dann fallen ihm die Blätter aus, und kalt wird’s allen werden, nicht nur meinem Haupt in Schatten, Wind, bei Schnee und Regen, lichtberaubt. Die Zeit verrinnt. Und ja, hier hinkt der… August weiterlesen

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Mützen auf mein Haupt

Ich näh aus alten T-Shirts Chemomützen, acht hab ich schon, wieviele brauche ich, demnächst mein ehrwürdiges Haupt zu schützen? Sie sollen mir bei Sonne, Regen nützen. auch wenn es kalt wird, windig: Sicherlich brauch ich aus T-Shirts neu kreierte Mützen. Ich mag nicht, dass sich kleine, grosse Pfützen auf meiner Glatze tummeln: ärgerlich. Will mein… Mützen auf mein Haupt weiterlesen

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Once again

Once again the ashes are closing in. Little green flames have grown together they soon will form a single curtain blocking the sky out of view it will still exist above and behind the trees pastures and hills will welcome the sun the clouds that seem to move in their own pace day in day… Once again weiterlesen

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Blues

Bewandert in der griechischen Mythologie, nannte Linnaeus diese Hasenglöckchen non-scripta. unbeschrieben. Weil keine Trauerträne auf sie fiel. Myosotis, Mäuseohren, schnöd benannt nach ihrer Blattform. Die kleinen Samen kletten an Fell, Klamotten an. Vergissmeinnicht. Du hast es recht erkannt. Die kleinen Veilchen, verfolgt vom Sonnengott, verschanzt damals im Wald, unter Hecken, aus Mitleid von Zeus. Auf… Blues weiterlesen

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Reise

Der Morgenzug noch leer, vier Autos auf dem Weg zum Bahnhof Vogelstunde. Der Fluss ist über sich hinaus gewachsen. Wo Wiesen nicht unter Wasser liegen, ist Gras aufgeweckt grün. Drei schwarz-weiße Pferde auf ihm, bevor sich der Zug füllt mit Laptops und derlei Zaumzeug auf Tischen, in Händen. Und mit Ohrenstöpseln.

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Ein kurzes Leben

Ich trug ein kurzes Leben auf dem Arm. Das erste Lamm war tot geboren. Auch dieses konnte seinen Charme nicht voll entwickeln: er ging ihm früh verloren.

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