Papiertaschentücher

Ich trage immer ein Tempotaschentuch, also ein Papiertaschentuch, im Ärmel. Das ist schon so, seit ich denken kann. Obwohl … Als ich noch klein war, und meine Mutter mir Kleider nähte, hat sie mir immer ein passendes Täschchen für Taschentücher dazu genäht. Das müssen noch Stofftaschentücher gewesen sein, denn ich erinnere mich auch daran, dass die Sachen, die ich beim Bügeln lernen zuerst bügelte, Stofftaschentücher waren.

Im Gegensatz zu meinem Bruder, der heute noch auf diesen besteht, bin ich bald auf Tempos umgestiegen. Mein Französischlehrer in der Schule machte sich öfters lustig darüber, dass ich dauernd mein Papiertaschentuch aus dem Ärmel zauberte und mir die Nase putzte. Andererseits lobte er meine Aussprache der Nasallaute.

Bei meinem ersten Urlaub in Irland bin ich fast verzweifelt, weil es nirgends Papiertaschentücher zu kaufen gab. Ich glaube, es war in Bundoran, wo ich schliesslich welche fand. Ganz dünne. Man musste drei davon zusammenlegen, um ein ordentliches Papiertaschentuch zu erhalten. (10 Jahre später galten Paprika immer noch als exotisch hier. Heute gibt es bei Lidl sogar Bretzeln.)

Aber worüber ich eigentlich schreiben wollte: Egal, um welche Marke es sich handelt, finde ich Papiertaschentücherverpackungen total unästhetisch, wenn sie leer sind. Jedesmal, wenn nur noch eines drin ist, und ich es herausholen muss, tue ich es mit Unbehagen, weil dann nur so ein mickriges Stückchen Plastikfolie übrigbleibt, das überhaupt keinen Charakter mehr hat. Ganz schnell kommt es in den Mülleimer und wird durch eine neue, volle, immer am selben Ort bereitliegende Packung ersetzt.

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