{"id":831,"date":"2015-05-09T00:26:20","date_gmt":"2015-05-08T22:26:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/christine\/?p=831"},"modified":"2015-05-09T01:30:38","modified_gmt":"2015-05-08T23:30:38","slug":"haeuser-fenster-und-tueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fringillallala.wababbel.de\/?p=831","title":{"rendered":"H\u00e4user, Fenster und T\u00fcren"},"content":{"rendered":"<p>Die Fenster sind klein und schmal in so einem alten irischen Farmhaus, das selber nicht gross ist. Da ist kein Platz f\u00fcr grosse Fenster. Ausserdem gab es in der Vergangenheit die Fenstersteuer. Je mehr Fenster eine Behausung hatte, und je gr\u00f6sser sie waren, um so h\u00f6her war sie, und wollte vermieden werden. Das wirkte sich vermutlich auch sp\u00e4ter noch aus beim Bau von H\u00e4usern. Jedenfalls ist das Innere dieses Hauses ziemlich dunkel. Das gilt besonders f\u00fcr meine Arbeitsecke in der K\u00fcche. Wenn ich da was gescheit sehen will, muss ich das grosse Licht anmachen. <\/p>\n<p>Immer neigten sie hier dazu, alle H\u00e4user gleich oder \u00e4hnlich zu bauen. Cabins, Cottages, Farmh\u00e4user, Bungalows, und w\u00e4hrend des Baubooms die H\u00e4user in sogenannten \u201cestates\u201d. Alle ein Typ aus Katalogen mit Baupl\u00e4nen, aus denen eine, manchmal zwei, drei, ausgesucht und dann auf dem Gel\u00e4nde angeordnet wurden, aber immer, immer schrecklich gleichf\u00f6rmig. Ob nun etwas luxuri\u00f6ser als Ferienh\u00e4user neben einem Hotel mit Golfplatz auf dem Gel\u00e4nde eines alten Herrenhauses, oder einfach als Wohnsiedlungen neben einem Dorf. Neben fast jedem Dorf. Ich erinnere mich noch, wie zwei  dreckige \u201cconstruction workers\u201d w\u00e4hrend des booms in Carrick in die Buchhandlung kamen und sich, um irgendetwas klarzumachen, w\u00e4hrend ihrer Arbeit am Bau die Pl\u00e4ne im Katalog in der Buchhandlung anschauten. Jede Buchhandlung verkaufte solche Kataloge. <\/p>\n<p>Man hat keine D\u00f6rfer erweitert. Die estates wurden daneben hingeklatscht. Mit eigenem Strassenzugang, der eine Sackgasse ist. Am Ende eine Wendeplatte. Es gibt keine Anbindung zum Dorf, man kann durch sie nicht spazieren gehen. Und immer noch stehen viele leer, wurden nie ganz fertiggestellt. Sogenannte \u201cghost estates\u201d. Der einzige Versuch, sie einzubinden, bestand darin, ihnen Namen zu geben, die etwas mit der Lokalit\u00e4t zu tun haben sollten. Wir konnten immerhin einige verhindern.<\/p>\n<p>Aus meinem zerfledderten Paperback Oxford English Dictionary:<\/p>\n<p>estate: n.<br \/>\n1 a property consisting of a large house and extensive grounds<br \/>\n2 an area of land and modern buildings used for housing, industrial or business purposes<br \/>\n3 a property where crops such as coffee are grown or wine is produced<br \/>\n(solche gibt es hier nicht. Lol.)<br \/>\n4 all the money and property owned by a person at the time of their death<\/p>\n<p>1,2 und 3 zusammen finde ich doch recht bemerkenswert, wenn man weiss, welche Rolle \u201cproperty\u201d i.e. Immobilien hier gespielt haben.<\/p>\n<p>Was ich aber eigentlich erz\u00e4hlen wollte: In letzter Zeit steht abends die Sonne, wenn ich koche so, dass sie schr\u00e4g in die K\u00fcche scheint, so sie denn scheint. Meine Ecke erreicht sie trotzdem nicht. Aber ich fand zuf\u00e4llig heraus, als ich Sachen aus dem Schrank \u00fcber mir \u2013 Salz, Gew\u00fcrze und so &#8211; holte, dass die Sonne die ge\u00f6ffnete Schrankt\u00fcr trifft, und von dort reflektiert das Licht dann auf meine dunkle Arbeitsfl\u00e4che und beleuchtet sie. Derlei ephemerische Alltagsph\u00e4nomene finde ich faszinierend, am\u00fcsant, bemerkenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fenster sind klein und schmal in so einem alten irischen Farmhaus, das selber nicht gross ist. 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