{"id":513,"date":"2014-10-05T23:49:22","date_gmt":"2014-10-05T21:49:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/christine\/?p=513"},"modified":"2014-10-05T23:49:22","modified_gmt":"2014-10-05T21:49:22","slug":"polizisten-etc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fringillallala.wababbel.de\/?p=513","title":{"rendered":"Polizisten etc."},"content":{"rendered":"<p>Ich wusste nur, das G.K. Chesterton Autor der Father Brown Geschichten war. Nie gelesen, nur als Kind die Pater Brown Serien mit Joseph Meinrad geguckt. Nun las ich von ihm The Man Who Was Thursday, was ganz anderes. Aber ich wusste es vorher nicht. Deswegen las ich es mit der Erwartung, eine Kriminalgeschichte vor mir zu haben. Ein wenig komisch fing sie schon an. Aber na ja, gibt es. Hauptfigur Syme trifft einen anarchistischen Poeten und wird an seiner Stelle &#8218;Thursday&#8216;, Mitglied einer anarchistischen Vereinigung, deren Mitglieder nach Wochennamen benannt sind. Er f\u00fchlt sich dort nicht wohl, will gegen die Organisation angehen. Nach der ersten Sitzung, an der er teilnimmt, wird er verfolgt von einem anderen Mitglied, das dazu aufgrund seiner k\u00f6rperlichen Verfassung gar nicht in der Lage sein sollte. Nach und nach stellt sich heraus, dass sowohl Syme als auch die anderen Mitglieder, ausser Sunday, Polizisten sind, die gegen diese anarchistische Vereinigung vorgehen sollen, angestellt dazu von \u2026 Sunday. Es passieren obskure Dinge, am Ende r\u00e4tselt man, wer Sunday wohl sein mag. Auch ich hatte Gott im Sinn, aber dagegen wehrt sich Chesterton in einem Artikel, der einen Tag vor seinem Tod (1936) ver\u00f6ffentlicht wird. Er weist auf den Untertitel dieses Werkes hin: \u201cA nightmare\u201d. Und in der Tat, liest man es so, fallen all die so seltsam erscheinenden Geschehnisse an ihren Platz. Ein Traum, und eine unheimlich gute Beschreibung dessen, wie Tr\u00e4ume ablaufen. Zumindest die, die ich kenne.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass mich dieser Hinweis auf den Titel erinnert an eine Diskussion des Gedichtes Coyote von Paul Muldoon, bei der er stillschweigend bis zum Ende den teilweise obstrusen Interpretationen zugeh\u00f6rt hatte, um dann darauf hinzuweisen, dass ein Titel unter anderem ein &#8217;signpost&#8216;, ein Wegweiser sein kann, erinnerte ich mich nach dem Lesen von &#8218;Thursday&#8216; auch an ein anderes Werk: The Third Policeman von, ja von wem? Der Autor hat unter verschiedenen Namen ver\u00f6ffentlicht: Brian O&#8217;Nolan, Flann O&#8217;Brian und Myles na gCopaleen (Kolumnist in der Irish Times). The Third Policeman ist \u00e4hnlich skurril wie &#8218;Thursday&#8216;. Die Aufl\u00f6sung jedoch etwas anders, will ich nicht jetzt verraten. Er hat The Third Policeman nicht ver\u00f6ffentlicht bekommen, dann behauptet, er h\u00e4tte das Manuskript verloren. Es wurde erst ein Jahr nach seinem Tod ver\u00f6ffentlicht (1967). Ich frage mich nun, ob in Titel und Geschichte nicht eine Anspielung auf Chestertons Thursday versteckt ist. <\/p>\n<p>Die Pseudonyme aber erinnern mich wieder an Pessoa, und daran, dass ich nicht dazu komme, mit Caeiro weiterzumachen. Schon l\u00e4nger lese ich in The Book of Disquiet, geschrieben von Pessoas Heteronym Bernardo Soares, und auch erst \u2013 lange \u2013 nach Pessoas Tod ver\u00f6ffentlicht. Aus diesem Buch ist fast jeder Satz zitierbar. Es ist eigentlich unlesbar, weil sprachlich und inhaltlich an fast jeder Stelle \u00fcberw\u00e4ltigend treffsicher. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wusste nur, das G.K. Chesterton Autor der Father Brown Geschichten war. Nie gelesen, nur als Kind die Pater Brown Serien mit Joseph Meinrad geguckt. Nun las ich von ihm The Man Who Was Thursday, was ganz anderes. Aber ich wusste es vorher nicht. 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