{"id":1826,"date":"2019-11-24T00:32:48","date_gmt":"2019-11-23T22:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/christine\/?p=1826"},"modified":"2019-11-24T00:43:44","modified_gmt":"2019-11-23T22:43:44","slug":"cre-na-cille-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fringillallala.wababbel.de\/?p=1826","title":{"rendered":"Cr\u00e9 na Cille"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor meinem zweitem Urlaub in Irland 1986 hatte ich irgendwo \u00fcber Cr\u00e9 na Cille, von M\u00e1rt\u00edn \u00d3 Cadhain, auf Irisch geschrieben und 1949 als Buch ver\u00f6ffentlicht, gelesen (oh, dieses Irisch. Selbst die Namen sind so umst\u00e4ndlich zu schreiben). Das Setting interessierte mich: Die in einem Friedhof Begrabenen unterhalten sich mit und \u00fcber sich selbst, und \u00fcber die noch Lebenden. Immer wieder kommt eine(r) hinzu, der Neuigkeiten mitbringt, noch live, sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>So fragte ich im Buchladen in Dingle, und dann im ber\u00fchmten Kenny&#8217;s bookshop in Galway nach einer \u00dcbersetzung, aber ohne Erfolg. Es gab keine.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise gab es 1995 eine Norwegische \u00dcbersetzung, und 2000 eine D\u00e4nische. Aber erst 2016 wurden \u00dcbersetzungen ins Englische publiziert. Ja, gleich zwei in diesem Jahr. Es ist fast unglaublich, dass das so lange gedauert hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich verga\u00df das Werk immer wieder, dachte nur manchmal noch daran, und hatte im Lauf der Zeit das Interesse daran irgendwo verloren. K\u00fcrzlich nun fiel mir in der B\u00fccherei die \u00dcbersetzung von Liam Mac Con Iomaire und Tim Robinson in die H\u00e4nde, und nun habe ich das Buch daheim und mit dem Lesen begonnen. Es hat im Englischen den Titel Graveyard Clay. Was mir, als Hobbyt\u00f6pferin, sehr gef\u00e4llt, sind die Kapitel\u00fcberschriften: <\/p>\n\n\n\n<p>Interlude 1: The Black Clay. <br> 2: The Spreading of the Clay<br> 3: The Teasing of the Clay<br> usw. bis<br> 10: The White Clay<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel der zweiten \u00dcbersetzung lautet The Dirty Dust. Sie ist von Alan Titley. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Mann hatte eine Verfilmung von 2007 im Fernsehen gesehen. Er fand sie, mit englischen Untertiteln, sehr anstrengend. Tats\u00e4chlich ist auch das Lesen anstrengend, denn da wird wirklich nur geredet. Getratscht. Gel\u00e4stert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht einfach, hineinzufinden, und herauszufinden, um wen es jeweils geht. Zumal auch immer wieder verschiedene Tote dazwischen quatschen. Wer ist wer? Irgendwo fand ich geraten, man solle das Buch laut lesen. Da muss man aber auch gerade Lust drauf haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Absatz hat mich aber schon begeistert:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;I wonder am I buried in the Pound Plot or the Fifteen-Shilling Plot? Or did the devil possess them to dump me in the Half-Guinea Plot, after all my warnings? The morning of the day I died I called P\u00e1draig up from the kitchen: &#8222;I beseech you, P\u00e1drick, my child,&#8220;  I said. &#8222;Bury me in the Pound Plot. In the Pound Plot. Some of us are buried in the Half-Guinea Plot, but even so\u2026&#8220;&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>So spricht Ca\u00edtr\u00edona Pha\u00edd\u00edn, im Grab nach ihrer Ankunft, zu sich selbst. Sie wird eine der Hauptfiguren dort.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig sp\u00e4ter der ehemalige Schulleiter:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;This is how I would divide up this graveyard now, Nor\u00e1, if I had my own way: university people in the Pound Plot, and then\u2026 Isn&#8217;t that so, N\u00f3ra? It&#8217;s a crying shame indeed that some of my own pupils are lying up here beside me\u2026 It depresses me how ill-informed they are, when I think of the diligence I wasted on them\u2026 And they can be quite disrespectful at times\u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, tats\u00e4chlich war traditionell die orale Kommunikation in Irland mehr verbreitet als das geschriebene Wort. Geschichten wurden erz\u00e4hlt. Und es wurde und wird liebend gern \u00fcber andere geredet. In Zeiten vor Fernseher (der nicht ohne Grund vielleicht so schnell Eingang fand in irische H\u00e4user, und den ganzen Tag l\u00e4uft), und vor sozialen Medien, war das sicher noch wesentlicher als heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich rede hier auch zu viel. Einen besseren Eindruck gibt sicher ein Ausschnitt aus der Verfilmung<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Cr\u00e9 na Cille (Graveyard Clay) Clip 5\" width=\"660\" height=\"371\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XcXNTJ1tR1c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Und Reflexionen eines der Mitwirkenden in der Verfimung:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"TG4XX Dr\u00e1ma\u00edocht | Cr\u00e9 na Cille | D\u00e9 Sathairn 29\/10 10.00 pm | TG4\" width=\"660\" height=\"371\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/RhNcX3q2sVg?list=PLazpkGSI2aKfYwT787SrnGSAL-56pr8Qb\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor meinem zweitem Urlaub in Irland 1986 hatte ich irgendwo \u00fcber Cr\u00e9 na Cille, von M\u00e1rt\u00edn \u00d3 Cadhain, auf Irisch geschrieben und 1949 als Buch ver\u00f6ffentlicht, gelesen (oh, dieses Irisch. 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