{"id":1062,"date":"2016-01-18T21:55:17","date_gmt":"2016-01-18T19:55:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/christine\/?p=1062"},"modified":"2016-01-20T01:47:57","modified_gmt":"2016-01-19T23:47:57","slug":"weitsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fringillallala.wababbel.de\/?p=1062","title":{"rendered":"Weitsicht"},"content":{"rendered":"<p>Lesen ist (auch) nicht mehr das, was es mal war. Ich finde, dass oft zu viel Text auf zu kleinem Raum angeboten wird. Beispiel: Verpackungen. <\/p>\n<p>Texte dort lassen sich schwer entziffern. Ich \u00e4rgere mich jedes Mal \u00fcber die, auf denen ich unter all dem Kleingeschriebenen erst finden muss, wie lange man die Nudeln kochen soll, auf welche Temparatur den Ofen vorheizen. Weil ich nicht all zu oft Suppenw\u00fcrfel benutze, muss ich die Packung immer mehrmals in alle sechs Richtungen drehen, bevor ich schliesslich auf der R\u00fcckseite in der Mitte versteckt die Mengenangabe f\u00fcr Wasser pro W\u00fcrfel finde. K\u00f6nnen solche wesentlichen Informationen nicht regel-m\u00e3ssig prominent und ins Auge springend plaziert werden?<\/p>\n<p>Im Bett kann ich nur bestimmte B\u00fccher lesen. Grosse Schrift, grosser Kontrast von Schwarz auf Weiss. Auch hier habe ich etwas zu bem\u00e3ngeln: Dass in kaum einem Buch seine Schriftart und -gr\u00f6sse angegeben werden. Wenn das n\u00e4mlich so w\u00e4re, k\u00f6nnte ein jeder im Lauf seines Leselebens mit Typographie vertraut geworden sein, und diese Angaben m\u00fcssten nun heute von Internetbuchhandlungen bereitgestellt werden, so dass ein jeder sich ein Buch auch nach typographischen Eigenschaften aussuchen k\u00f6nnte. Gegenw\u00e4rtig kennt aber wohl kaum einer Schrifttyp noch \u2013gr\u00f6sse dessen, was er liest?<\/p>\n<p>Jedenfalls musste ich meine Bettlekt\u00fcre immer weiter weg von mir halten, und sie fiel mir manchmal auf den Boden dabei. Meine Mutter brachte mir dann eine billige Lesebrille von Lidl, glaube ich, damit ging das besser, und sie hat den Vorteil, dass sie biegsam ist. Ich kann sie auch auf der Seite liegend tragen, und wenn sie hinunterf\u00e4llt, geht sie nicht kaputt. Auch als Lesezeichen ist sie geeignet. Die Brille, die ich mir davor hatte machen lassen, ist daf\u00fcr viel zu rigide.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcrs Zeitunglesen war sie ungeeignet, denn sie war auf eine bestimmte Leseentfernung eingestellt, f\u00fcr eine liegende Zeitung v\u00f6llig ungeeignet. Das ging ohne Brille noch besser. Inzwischen allerdings \u2013 und ich habe den Verdacht, dass die Irish Times eine kleinere Schriftgr\u00f6sse eingef\u00fchrt hat, aus Sparmassnahmengr\u00fcnden, denn damit passt ja mehr Text auf weniger Papier &#8211;  also inzwischen  brauche ich einen meiner Stapel auf dem Tisch, an den ich die Zeitung anlehnen kann, denn aus irgendeinem Grund scheinen sich beide Augen nur auf eine bestimmte Entfernung einigermassen einigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die letzten Seiten setze ich schliesslich doch meistens die billige Brille auf, und w\u00e4hrend ich sie fr\u00fcher nach jedem Einsatz ins Etui zur\u00fcckschob, habe ich mir das abgew\u00f6hnen m\u00fcssen. Jetzt liegt sie in Reichweite zusammengefaltet, oder sogar offen auf dem Tisch herum. Selbst beim H\u00e4keln, Kritzeln oder Lesen meiner eigenen Handschrift (!) setze ich sie nun \u00f6fters auf.<\/p>\n<p>Und ich erinnere mich fast jeden Tag an meine (damals) \u00e4ltere Kollegin, wenn ich mir wie sie die Brille w\u00e4hrend des Lesens nach vorne runter auf die Nase schiebe, um zwischendrin \u00fcber sie hinweg in den Raum um mich herum zu sehen, klar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen ist (auch) nicht mehr das, was es mal war. Ich finde, dass oft zu viel Text auf zu kleinem Raum angeboten wird. Beispiel: Verpackungen. Texte dort lassen sich schwer entziffern. 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